Anbautipps  >  Rhododendrons und andere Pflanzen aus der Familie der Heidegewächse

Generelle Grundsätze zum Anbau von Rhododendrons, Azaleen und anderen Pflanzen aus der Familie der Heidegewächse
Die in unserer Firma gekauften Jungpflanzen (Rhododendrons, Azaleen, Berglorbeer und Amerikanische Blaubeere) müssen aus Multiplatten in größere Behälter umgepflanzt werden. Diese sollten die richtige Größe haben – von 1,5 do 2 l.
Entsprechend sind Böden auf Basis vom saurem Torf mit dem folgendem Gehalt:
  • hoher, faseriger, mit niedrigem Grad von Mineralisation, saurer (pH 3-4,5) Torf - 70%
  • verkleinerter Rindenkompost - 20 %
  • Sand oder sandiger Leim - 10 %
Der oben beschriebene Bodengehalt hat eine entsprechende Struktur und garantiert den Pflanzen Luftzugang zu den Wurzeln (das ist ein ebenso wichtiger Wuchsfaktor für Heidegewächse wie der Wasserzugang im Boden). Dieser Bodengehalt ist auch einfacher für Bewässerung nach dem Abtrocknen (er schrumpft nicht so wie Torf allein und steht von den Behälterwänden nicht ab), ist auch etwas schwerer, die Pflanzen werden durch den Wind nicht so leicht umgestoßen wie die im reinem Torf eingepflanzten. Es lohnt sich ein bisschen zu bemühen um so einen Boden vorzubereiten, besonders in nicht großen Baumschulen und bei weniger Erfahrung im Heidegewächsanbau. In vielen Großanbaubaumschulen mit ausgezeichneter Bewässerungs- und Schutztechnologie werden die Heidegewächse auf Torf ohne Zusätze angebaut, die Resultate sind hervorragend. Der Boden (d.h. reiner hoher Torf) kann für unerfahrene Produzenten riskant sein – z.B. auf Grund von Schwierigkeiten mit der Bewässerung nach dem starken Abtrocknen der Wurzeln (besonders wenn die kleine Baumschule von Hand bewässert wird) und wegen der mehr präzisen Düngung der im Torf angebauten Pflanzen.
Der Boden für Anbau von Rhododendrons, Azaleen und Blaubeeren sollte mit Mehrnährstoffdünger mit Mikroelementen bereichert werden mit einer Dosis die nicht grösser als 1 kg Dünger auf 1 m3 Boden ist, natürlich nur im Fall des Umpflanzen in der Wachstumszeit.
Letztens werden in der Baumschulpraxis pillier Dünger angewendet, diese besitzen die Eigenschaft die Nährungssubstanzen schrittweise während der Anbauperiode zu entlassen. Die Resultate deren Anwendung sind sehr gut, man sollte die vom Produzenten empfohlenen Dosen an ihrer unteren Grenzen anwenden (für die Mehrheit der Düngungen ist das eine Dosis nicht größer als 2g/l Boden im Behälter). Die Anwendung von den höchsten empfohlenen Dosen von pillier Düngungen (manchmal sogar 4 -6 g/l Boden) kann bei Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit übermäßige Erhöhung der Bodenlösung und Pflanzenschäden verursachen, wenn eine lange Periode mit hohen Temperaturen folgt und die Nährungssubstanzen schneller in den Boden entlassen werden ( das ist ein physischer Prozess deren Schnelligkeit von der Umgebungstemperatur abhängt). Das betrifft vor allem Düngungen mit kurzer Wirkungszeit, von 3 – 4 Monaten. Bei hohen Temperaturen und nach langen Regenfällen (im Sommer!) ist die Zeit, für welche die Düngung ausreicht, kürzer und es wird empfohlen den Gehalt der Nährungssubstanzen mit Lösungen von Mehrnährstoffdüngungen zu ergänzen und die Pflanzen mit Konzentration von 1 – 1,2 g/l Nährboden zu begießen (Konuktivität sollte nicht 1 mS überschreiten) oder Blattdüngung anzuwenden. Sehr hilfreich in der Ernährung von Jungpflanzen ist die Blattdüngung mit generell zu diesem Zweck erhältlichen Lösungen, natürlich mit Benetzungsmitteln.
Wir warnen vor der Anwendung von Düngungsmitteln mit unbekanntem Gehalt, deren Produzenten oder Distributoren die Nährmittel, deren Konzentration und Form auf der Packung nicht angeben. In Geschäften sind Düngungen für Amateure erhältlich – wir lehnen deren Anwendung ab.
Jungpflanzen gekauft in unserem Gartenbaubetrieb sollten nach dem Abholen in eher nicht beheizten Gewächshäusern oder Folientunnel angebaut werden, dass ermöglicht die Lebenskraft und großes Wachstumstempo der Pflanzen zu nutzen. Man kann die Pflanzen natürlich unter freiem Himmel aufstellen, man muss aber an leichte Beschattung denken, besonders am Anfang des Anbaus! Pflanzen die unter freiem Himmel wachsen haben immer ein langsameres Wuchstempo als die unter Bedeckung. Man darf nicht vergessen die Pflanzen für die Winterung vorzubereiten, indem man seit August die Düngung mit Stickstoff verringert, die Räume stark durchlüftet und volles Sonnenlicht versichert. Viele Baumschulbesitzer schattieren die Rhododendrons im Frühling und frühen Sommer, sie haben eine dunklere, mehr attraktive Belaubung, wachsen intensiver, sollten aber ausreichend viel Platz und Licht haben damit das Verkaufsmaterial eine gebundene Pflanzengestalt hat und im Herbst genug verholzen und für Winter vorbereitet ist. Am besten ist es im Juli oder August auf die Schattierung zu verzichten (Pflanzen werden schrittweise enthüllt), Düngungsmittel, die die Verholzung von Trieben beschleunigen, anwenden (mit niedrigem Stickstoffgehalt). In großen Baumschulen wird keine Schattierung im Frühling und Sommer angewendet, das in „voller Sonne“ erhaltene Pflanzenmaterial ist stämmig, ausgezeichnet verholzen und besitzt viele Blütenstandknospen. Wenn man unter Bedeckung angebaute Pflanzen nicht schattiert, darf man intensive Ventilierung und Wasserzugänglichkeit für Pflanzen nicht vergessen (man sollte die Pflanzen in Hitzeperioden nicht am Mittag bewässern, sondern am Abend oder am Morgen).
Man darf Azaleen und Amerikanische Blaubeeren nicht schattieren!
Um Krankheiten bei den angebauten Heidegewächsen zu verhindern sollte man vermeiden:
  • übermäßige Düngung ,
  • „Überschwemmung“ von Pflanzen
  • übermäßige „Verdichtung“ von Pflanzen in Baumschulen – freie Luftbewegung in der Pflanzenumgebung ist notwendig, sowohl im Sommer, als auch im Winter,
  • Anwendung von bedenklichen phytosanitären Böden (z.B. zum reinen Torf alte Gartenböden zugeben, Anwendung von nicht desinfizierten Komposten),
  • Anwendung von „Substraten“ mit nicht gewissem Inhalt (Achtung auf Versalzung!) und Zugabe von Waldstreu (riskantes Verfahren).
Man darf systematische Ventilation der Zelte und der Gewächshäuser auch im Ruhestand der Pflanzen nicht vergessen! Alle beunruhigenden Symptome sollte man beobachten und für Heidegewächse empfohlene Schutzmaßnahmen durchführen. Beim Auftreten von beunruhigenden Symptomen bitten wir um Kontakt mit unserer Firma.
Jungpflanzen der Rhododendrons sind am besten in unbeheiztenFolienzelten oder Gewächshäusern zu wintern, das erlaubt das Risiko der durch kalten trocknen Wind und Frost verursachten Schäden zu minimalisieren. Pflanzen in Räumen sollten so aufgestellt werden, dass Ventilierung, Bewässerung und Schutz möglich ist. Nach der Aufstellung der Pflanzen am Ruheplatz ist Bespritzen mit Pilzvernichtungsmitteln mit Zusatz von Mitteln, die die Haftung und Absorption von Arbeitsflüssigkeit verbessern, z.B. Topisn + Sadoplon + Euparen + Atpolan, zweckmäßig. Man muss unbedingt an die Ventilierung der Räume mit Rhododendrons denken, besonders in Perioden, wenn der Wurzelklumpen noch gefroren ist, aber der oberirdische Teil nicht mehr (warme Tage im Winter und Vorfrühling) – die Pflanze transpiriert, kann aber nicht den Wasserdefizit durch die Wurzeln ergänzen, Bewässerung kann dann notwendig sein (auch bei gefrorenem Wurzelklumpen) und Ventilierung um die Blättertemperatur zu senken! Aus Erfahrung weiß man, dass oft ernsthafte Schäden im Winter nicht durch das Gefrieren von Pflanzen entstehen, sondern wegen ihrer Austrocknung!
In der Winterzeit können die Pflanzen unter freiem Himmel gehalten werden. In großen Baumschulen werden die Pflanzen in Behältern oft schräg oder waagerecht in Reihen gestellt, mit den Blättern zu sich selbst und werden mit grünem Gartennetz bedeckt (zweifach). Das wird nach genauer Bewässerung des Bodens in den Behältern und vor den Frösten durchgeführt. Die Bedeckung mit dem Gartennetz verhindert übermäßige Austrocknung der Pflanzen durch Wind im Winter. Zusätzlich werden die flach gelegten und bedeckten Pflanzen nicht durch Schnee beschädigt.
Tadeusz Kusibab


Datum der letzten Aktualisierung: 2017-09-18

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