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Qualität des Wassers
für Bewässerung
Im Bezug auf die Anwendung von sehr intensiven Anbauverfahren der Heidegewächse durch viele Baumschulbesitzer, oft in Folienzelten mit sehr intensiver Düngung, um schnellstens das Verkaufsmaterial mit entsprechender Größe zu erreichen (Kosteneinsparung), will ich einige Aspekte der Bewässerung und Düngung besprechen.
Die Qualität des Wassers für Bewässerung der Heidegewächse hat großen Einfluss auf den Erfolg des Anbaus. Jedes natürliches Wasser enthält aufgelöste Mineralsalze. Wenn wir im Wasser Mineraldüngungen auflösen, vergrößern wir die gesamte Menge von Mineralsalzen. Die Bewässerung mit Wasser, dass zu viel aufgelöste Mineralsalze enthält, verursacht ihre graduelle Kumulation im Boden, Hemmung des Wurzelwachstums, Vertrocknen von den jüngsten Spitzenblättern, Auftreten von Symptomen der physiologischen Trockenheit (unter anderem Verlust von Turgor trotz Wasserzugang) und schließlich das Absterben von dem ganzen Wurzelsystem, was in Folge zu dem Verlust der Pflanze führt. Normalerweise gleich nach dem Auftreten von Wurzelsystemschäden, erscheinen auf den Blättern und Trieben ähnliche Symptome wie bei Pilzkrankheiten, was am häufigsten zu Unrecht als die Ursache für das Absterben der Pflanzen gehalten wird.
Wie sollte das entsprechende Wasser für Bewässerung und Düngung der Heidegewächse sein? Generell ist weiches Wasser, mit geringer Versalzung, leicht sauer, mit viel aufgelöstem Sauerstoff, ohne Ionen von Schwermetallen und Chlor, das beste. In ökologisch reinen Regionen erfüllt diese Bedingungen das Regenwasser. Man kann mit einfachen Tests prüfen, ob das Wasser in jener Region sich für Bewässerung eignet. Diese Tests kann man in der agrikulturchemischen oder sanitärepidemiologischen Bezirkstation durchführen lassen. Notwendig ist die Bezeichnung einiger charakteristischer Parameter, was die Brauchbarkeit für Bewässerung der Heidegewächse werten lässt. Die wichtigsten Parameter, die die Wassereigenschaften auszeichnen sind: Versalzung ( in EC Einheiten), - Wasserhärte (z.B. in deutschen Wasserhärtegraden °dH), - Bodenreaktion (pH Wert).
Wasserversalzung ist die Summe aller im Wasser aufgelösten Mineralsalze. Wasser in Wassersystemen, Teichen oder Brunnen hat immer einen Anteil von aufgelösten Mineralsalzen. Die Menge und Qualität der Mineralsalze bestimmen über die Brauchbarkeit des Wassers für Anbauzwecke.
Die geologischen Bedingungen beeinflussen wie die Mineralsalze im Wasser aufgelöst sind. Es besteht Zusammenhang zwischen der messbaren elektrischen Leitfähigkeit des Wassers und der in ihm aufgelöstem Salz. Destilliertes Wasser oder Regenwasser enthalten wenig Mineralsalze – besitzen eine geringe Leitfähigkeit. Anderseits hat das Wasser mit viel Mineralsalzen eine hohe Leitfähigkeit.
In der Praxis verwendet man Einheiten der elektrischen Leifähigkeit (Konduktivität) zur Bezeichnung der Versalzung , in Kürze EC (electrical conductivity). Die Einheit von der elektrischen Leitfähigkeit der Lösungen (in diesem Fall vom Wasser, das eine natürliche Mineralsalzlösung ist) ist Siemens (S). 1S = 1.000 mS (MilliSiemens) = 1.000.000 mS (MikroSiemens).In der Gartenpraxis verwendet man die Einheit 1 EC gleich 1 mS (MilliSiemens). Konduktivität des zur Baumschule gebrachtem Wassers enthält sich normalerweise im Bereich von 0,1-1,0 EC. Zum Vergleich hat das destillierte Wasser ein EC nahezu gleiches 0 (zwischen zehn und zwanzig mS – MikroSiemens).
Zur Messung der Leitfähigkeit des Wassers (der Maße des im Wasser aufgelöstem Salz) werden Konduktometer benutzt. Für Gartenzwecke reichen einfache, Batterieversorgten, im Land erhältliche Konduktometer aus, diese kann man schon für einige hundert Polnische Zlotys bekommen (unbedingt mit Kompensationssystem für Temperatureinfluss auf die Konduktivität, was den echten Wehrt der EC ablesen lässt).
Die Verwendung des Konuktometers bezieht sich nicht nur auf die Bewertung der Brauchbarkeit des Wassers. Man kann auch die Konduktivität der Düngungslösungen für Pflanzen prüfen (Nährmedium) und den Zustand der Bodenversalzung in Behältern und in der Baumschule beurteilen – das vereinfacht die Entscheidung von Düngung. Wenn das Wasser das EC < 0,1 (also < 0,1 mS) hat, kann man es als ausgezeichnet anerkennen, besonders für Baumschulzwecke von empfindlichen (auf Versalzung) Pflanzen und für Anbau in kleinen Behältern. Wenn der EC Wert 0,5 nicht überschreitet, kann man das Wasser für mehr widerstandsfähige Sorten in größeren Behältern nutzen. Wasser mit EC Wert > 0,5 ist absolut nicht geeignet für die Bewässerung der Pflanzen in kleinen Behältern, besonders unter Bedeckung, beansprucht Entsalzung, also Demineralisation. Wenn die Umgebungstemperatur hoch ist, trocknet der Boden in kleinen Behältern schnell aus und beansprucht häufiges bewässern. Es folgt eine schnelle Ansammlung von Mineralsalzen und Erhöhung der Lösungskonzentration im Boden, sodass Wurzeln beschädigt werden können.
Mann muss bedenken, dass allgemein verwendete pelletierte Dünger mit verlangsamter Wirkung die Nährungssubstanzen proportional zur Temperatur entlassen. Stark versalztes Wasser (EC > 0,5) kann man für Pflanzen in größeren Behältern verwenden, die in Schulen aufgestellt werden, wo der Regen von Zeit zur Zeit den Mineralsalzüberschuss aus dem Boden ausspült. Zusammenfassend beanspruchen die Heidegewächse Wasser mit geringem Gehalt von Mineralsalzen.
Konduktivität der Düngungslösungen für empfindliche Sorten (besonders in kleinen Behältern) sollte nicht 0,6 mS überschreiten, restliche Sorten (widerstandsfähigere) können mit Lösungen mit EC < 1 bewässert werden..
Wasserhärte hat einen direkten Zusammenhang mit der Versalzung. Kalzium-, Magnesium- und Natriumsalze (hauptsächlich Karbonate und Sulfate), gelöst im Wasser, beschränken dessen Brauchbarkeit für Bewässerung. Wasserhärte wird u.a. in °dH (deutsche Grade) gemessen. 1°dH entspricht dem Gehalt von 10 mg Kalziumoxid in 1 l Wasser. Karbonate und Wasserstoffkarbonate vom Kalzium und Magnesium verursachen so genannte vorübergehende Härte, man kann diese durch Einsäuerung oder Kochen des Wassers entfernen (Ausscheidung auf dem Boden und Wänden des Gefäßes). Kalziums- und Magnesiumsulfate verursachen eine durchs Kochen nicht entfernbare Härte, also eine nicht vorübergehende. Weiches Wasser mit einer Härte von 0-10°dH ist für Baumschulzwecke geeignet. Wenn die Härte größer ist und die Pflanzen in kleinen Behältern und unter Bedeckung angebaut werden, so braucht solches Wasser Bearbeitung. Hartes Wasser hat eine alkalische Reaktion (pH >7) und beansprucht Einsäuerung. Langzeitliche Bewässerung mit Wasser mit alkalischer Reaktion (gleichzeitig am häufigsten hart und oft versalzt) verursacht die Erhöhung der Reaktion im Boden, was in Störungen in der Entnahme von Nährungssubstanzen (hauptsächlich Mikroelementen) und in Verschlechterung des Wachstums und Aussehens der Pflanzen resultiert.In der Baumschulpraxis verwendet man generell Zusatz von Säuren durch eine proportionale und stetige Kontrolle der Versalzung und Reaktion (pH).
Die Reaktion des angewendeten Wassers sollte leicht sauer sein.
Wenn wir mit härterem und etwas salzigem Wasser bewässern, dürfen wir nicht zur übermäßigem Abtrocknen des Blumentopfbodens zulassen, dieses führt nämlich zur übermäßiger Erhöhung der Konzentration der Bodenlösung. Wichtig für die gesunde Entwicklung des Wurzelsystems der Heidegewächse ist der stetige Luftzugang. Dies versichern lockere Böden, nicht fest gestampft während der Einpflanzung. In unserer Baumschulpraxis ist Torf immer noch der Grundbestandteil der Böden, er sollte hell, sauer und mit niedrigem Mineralisationsgrad sein (dann hat er niedrige Versalzung und eine gute Struktur). Jene Zusätze wie z.B. Rindenkompost, Heidegewächssubstrate oder natürliche Böden sollten zweifellos nach Versalzung und Reaktion untersucht werden. Nach vielen Jahren, dank erhältlichen Informationen von anderen Baumschulbesitzern, konnte man eine Liste der Gattungen und Sorten, die auf Versalzung und Wasserüberfluss am empfindlichsten sind, erstellen.
Unten gebe ich die Liste der Gattungen und Sorten, die empfindlich auf hohe Bodenversalzung und schlechte Qualität des Wassers sind:
  • Berglorbeer (kalmia latifolia) mit ihren Sorten – beansprucht neben Wasser mit hoher Versalzung, Härte und entsprechendem pH Wert auch zusätzlich einen entschieden trockeneren Standort und mehr durchlässigen Boden,
  • Rhododendron Sorten aus der Gruppe Rh. repens: Scarlet Wonder, Elvira, Bad Eilsen und andere,
  • Großblütige Rhododendron Sorten wie: Hachmann's Charmant®, Lachsgold, Karibia®.
Besondere Achtsamkeit muss man bewahren, wenn die oben genannten Gattungen und Sorten jung sind und in kleinen Behältern wachsen. Sehr wichtig ist, dass die Düngung und Bewässerung mit der Einhaltung von nichtüberschreitbaren Normen der Wasserqualität und Bodenversalzung abläuft, und dass der Boden in Behältern nicht überhitzt wird (Schattierung, helle Kapillarmatten). In den letzten Jahren hatten wir es mit kurzen Perioden mit sehr hohen Temperaturen während der Wachstumszeit im Frühling und im Sommer zu tun. Die Notwendigkeit häufiger Bewässerung in solchen Perioden kann Symptome von übermäßiger Versalzung hervorrufen, auch dann, wenn in anderen Jahren mit ähnlicher Jahreszeit und der selben Anbautechnologie dies nicht stattgefunden hat. Deshalb ist es sehr wichtig die Eigenheiten des verwendeten Wassers genau zu bezeichnen.
Tadeusz Kusibab


Datum der letzten Aktualisierung: 2017-11-17

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