Zusammenfassung der Erntesaison der Kamtschatka-Heckenkirschen – 2020

21/08/2020

Folgend stellen wir einige Bemerkungen zur Erntesaison von Früchten der Kamtschatka-Heckenkirschen 2020 vor. Es war die dritte Erntesaison auf unseren immer noch jungen Plantagen. Alle angeführten Daten und Situationsbeschreibungen beziehen sich ausschließlich auf unsere Plantagen, die in Muniakowice, Woiwodschaft Kleinpolen lokalisiert sind. Genaue Zahlenangaben, die die diesjährige Ernte betreffen, werden in tabellarischer Form dargestellt: 2020_haskap_report

Folgend unsere Anmerkungen:

  1. Nach der Erntezeit, im Sommer 2019, haben wir aus dem ältesten Teil (ca. 3 ha) der Plantage die Sorten entfernt, deren Merkmale sich wieder in unseren klimatischen Bedingungen nicht bewährt haben. Die Hälfte der Plantage wurde entfernt. Im Herbst 2019 haben wir anstelle der entfernten folgende Sorten gepflanzt: ‘Vostorg’, ‘Aurora’, ‘Honeybee’. Zur Anpflanzung haben wir Pflanzen aus den M-40 Multiplatten genutzt.
  2. Dieses Jahr sind zum ersten Mal die 3-jährige Plantage von 8 ha, die im Herbst 2017 und im Frühling 2018 gepflanzt wurde, als auch etwa 1,5 ha der ältesten 5-jährigen Plantage gut geraten.
  3. Der Winter war äußerst mild, feucht, die Pflanzen haben ihn jedoch gut überstanden; es waren weder Blühen im Herbst noch Entwicklung der Blüten im Winter zu bemerken. Die Spitzenknospen an den Trieben waren aber den ganzen Winter vergrößert, und die Blütenknospen waren bereits im Februar zu sehen. Der Februaranfang war warm, die Temperaturen lagen einige Grade über dem Gefrierpunkt. Am 1. Februar machten Bienen ihren ersten Frühjahrsflug, die Lufttemperatur erreichte an diesem Tag 16o
  4. Das Blühen begann in der dritten Märzdekade und dauerte bis zu den ersten Maitagen, also länger als in den vorigen Jahren. Die Tage während des Blühens waren warm und sonnig, perfekt für Pflanzen und bestäubende Insekten, die Nächte aber waren kühl und die Temperaturen sanken sogar bis auf –7o Die niedrigen Temperaturen beeinträchtigten aber die Blüten kaum. Die Anzahl der Fruchtkeime an Sträuchern ließ eine sehr gute Ernte erwarten. Nach dem Blühen aber kam es im Mai zu Nachtfrösten und die Temperaturen sanken unter –5oC, was zum Fall der Fruchtkeime führte. An den kühlsten Stellen der 5-jährigen Plantage sind alle Beerenkeime gefallen. Die größten Schäden erlitten: ‘Jugana’ und ‘Vostorg’. Die kanadischen Sorten verloren weniger Fruchtkeime, und zwar wahrscheinlich wegen des späteren Blühens und der späteren Bildung der Früchte. Auf der jüngeren, 2-jährigen Plantage, die höher lokalisiert ist, waren die Verluste an Fruchtkeimen am geringsten. Trotzdem war die Ernte kleiner als erwartet, und zwar um 30-50%.
  5. 2020 waren die Früchte winziger, und das Brix-Niveau überstieg nicht 16o. Die Ernte begann am 2. Juni und dauerte bis zum 10. Juli. Am frühesten sind die Früchte folgender Sorten gereift: ‘Vostorg’, ‘Sinij Utes’, ‘Jugana’. Später sind die Sorten: ‘Honeybee’, ‘Aurora’, ‘Boreal Beast’ und ‘Boreal Beauty’ gereift. Am spätesten und zum ersten Mal haben die amerikanischen Sorten Früchte getragen; Einzelheiten sind der Tabelle zu entnehmen.
  6. Dieses Jahr haben wir die Nützlichkeit einer weiteren Beerenerntemaschine geprüft. Dies war der holländische Oxbo 930, der uns durch die Firma Daar zur Verfügung gestellt wurde und zum Ernten der amerikanischen Heidelbeeren bestimmt ist. Das ist eine 1-Reihen-Erntemaschine, die durch den Nebenabtrieb eines mittelschweren Traktors angetrieben wird. Im Folgenden stellen wir unsere Schlussfolgerungen nach dem Ernten der Früchte auf der Plantage von über 4 ha vor:
  • Dank der Möglichkeit, Parameter der Erntemaschine präzise zu bestimmen, ist auch die Ernte der erstklassigen, sogar Dessert-Früchte direkt in Plastikbehälter, die sich in größeren, flachen Kisten befanden, möglich.
  • Möglich ist eine doppelte oder dreifache Ernte – was bei denjenigen Sorten wichtig ist, deren Früchte nicht gleichzeitig reifen oder wenn die Wetterbedingungen eine einmalige Ernte nicht zulassen. Die zweite oder dritte Ernte ist eher für Verarbeitungszwecke bestimmt.
  • Die abschüttelnden Elemente haben die Sträucher nicht beschädigt; die Maschine hat leise gearbeitet; deren Bedienung wurde von den Mitarbeitern schnell beherrscht.
  • Beim Abschütteln der Früchte von den Sträuchern mit einem schmalen Unterteil war die Menge der Früchte, die auf den Boden gefallen sind, nur gering, sogar unter 5%; beim Abschütteln der Früchte von den Sträuchern mit einem breiten Unterteil waren die Verluste größer – bis zu 15-20%, als die Früchte von den 5-jährigen Sträuchern der Sorte Aurora oder Vostorg abgeschüttelt wurden. Die Schlussfolgerung ist klar: Beim Winterschnitt ist dafür Sorge zu tragen, dass die Sträucher im unteren Teil möglichst schmal sind, und die Früchte sich möglichst hoch befinden.
  • Nach dem Abschütteln wurden die Früchte mit länglicher Form auf beweglichen Platten, auf die sie gefallen sind, abgefangen. Insbesondere wurden die abgeflachten Früchten auf das Transportband nur schwer übertragen. „Das Heben“ der Früchte-Zone an den Sträuchern durch einen entsprechenden Schnitt macht es möglich, den Neigungswinkel der beweglichen Abfangplatten zu vergrößern, und erleichtert es, die Früchte auf das Transportband zu übertragen, indem das Risiko mechanischer Beschädigungen minimiert wird.
  • Zusammenfassend: Das Modell der Erntemaschine bewährte sich bei der Ernte von Früchten auf unserer Plantage. Wir sind der Meinung, dass es nach einer kleinen Anpassung der Maschine ans Abschütteln der Früchte von den Sträuchern der Kamtschatka-Heckenkirsche möglich ist, erstklassige Früchte mechanisch zu ernten, von denen ein Teil als Dessert-Früchte für den Verkauf anzusehen ist.

 

Genaue Zahlenangaben, die sich auf einzelne Sorten beziehen, wurden in der Gesamttabelle in der polnischen, russischen und englischen Sprache dargestellt.

Bearbeitung: Justyna Kusibab-Mruk und Tadeusz Kusibab

Krakau, den 10. Juli 2020